Arbeitsunfall im Home-Office

Wann ist ein Unfall im Home-Office ein Arbeitsunfall? Diese Frage stellen sich aktuell viele, da durch die Pandemie vermehrt Home-Office in Anspruch genommen wird. Leider kann diese Frage nicht so leicht und pauschal beantwortet werden, da in den eigenen vier Wänden ein schmaler Grat zwischen privaten und beruflichen Tätigkeiten liegt.

Grundsätzlich sind Arbeitnehmer, die statt an ihrem gewöhnlichen Arbeitsplatz im Home-Office arbeiten, über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Wer beispielsweise im Home-Office stürzt, kann ebenso einen anerkannten Arbeitsunfall haben, als wäre der Arbeitsunfall im Unternehmen passiert.

Doch wie trennt sich nun eine private Tätigkeit von einer beruflichen?

Um einen Arbeitsunfall anzuerkennen, muss die Handlung zum Zeitpunkt des Unfalls zweifelsfrei in direktem Bezug zu einer beruflichen Aufgabe gestanden haben.

Beispiele hierfür sind:

  • Sie stolpern über einen Türrahmen, da Sie einen USB-Stick mit Daten für die Arbeit aus einer Tasche holen, welche sich in einem anderen Raum befindet.
  • Sie stürzen auf der Treppe, da Sie die Internetleitung in einer anderen Etage überprüfen wollten, da das Internet ausgefallen ist.
  • Ihr Arbeitshandy klingelt, während Sie sich in der Küche befinden. Daraufhin rutschen Sie auf dem Fußboden aus, weil Sie den Anruf schnell entgegennehmen wollten.

Unter einen Arbeitsunfall gelten jedoch keine privaten Tätigkeiten, wie:

  • Unfälle auf dem Weg zur Küche oder zum Bad
  • Ein Missgeschick beim Öffnen der Haustür, da der Paketbote klingelt

Bei jedem Unfall im Home-Office ist es wichtig, dass Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, damit Sie sich gegen später auftretende Folgeschäden absichern können.

Darüber hinaus müssen Sie Ihrem Unternehmen und der Unfallversicherung Ihres Arbeitgebers den Arbeitsunfall melden. Entscheidend sind hierbei der Ablauf, Ort und Zeitpunkt des Unfalls. Nur wenn der Unfall tatsächlich während der Ausübung der Arbeit passiert ist, Sind Sie über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Am besten dokumentieren Sie den Unfall so gut wie möglich. Schließlich gibt es im Home-Office meist wenig bis gar keine Zeugen. Wenn Sie beispielsweise auf dem Weg zu Ihrem klingelnden Arbeitshandy gestürzt sind, machen Sie einen Screenshot der Anrufliste.

Zu guter Letzt lässt sich sagen: Vermeiden Sie in Ihrem Home-Office so viele Stolperfallen wie möglich und nutzen Sie einen ergonomischen und sicheren Arbeitsplatz, sodass es bestenfalls gar nicht erst zu einem Arbeitsunfall kommt.